Mit Herzblut für den Schönblick

Mit Herzblut, Ideen und einem grünen Daumen

Markus Haux ist der neue Gärtner auf dem Schönblick – und bringt neben viel Erfahrung vor allem jede Menge Ideen und Herzblut mit. Gemeinsam mit seinem Team möchte er das weitläufige Gelände weiterentwickeln, Neues ausprobieren und künftig verstärkt eigenes, regionales Gemüse für die Schönblick-Küche anbauen.

Herr Haux, Sie sind seit Kurzem der neue Gärtner am Schönblick. Sind Sie inzwischen richtig angekommen?

Eingelebt habe ich mich auf jeden Fall, aber am Anfang war es schon ein bisschen wie „schwimmend“. Ich war zwar da, aber noch nicht richtig angekommen. Sehr geholfen hat mir, dass Gottfried Gladis in den ersten Wochen noch dabei war und mich unterstützt hat. Meine Aufgabe umfasst schließlich nicht nur die Gärtnerei. Auch die Hausmeisterei gehört dazu, und bei einem Gelände wie dem Schönblick muss man erst einmal alle Gebäude, Abläufe und Besonderheiten kennenlernen. Bis man wirklich den kompletten Überblick hat, dauert es einfach seine Zeit.

Sie bringen viel Erfahrung mit. Wo liegen Ihre beruflichen Wurzeln?

Ich komme ursprünglich aus Göppingen. Meine Eltern hatten im Nebenerwerb eine Landwirtschaft mit Kühen und Schweinen, mein Vater war Gärtner. Da lag es irgendwie nahe, dass ich in seine Fußstapfen trete. Ich habe eine Ausbildung zum Gärtner mit Schwerpunkt Blumen und Zierpflanzen gemacht und später rund sieben Jahre bei Hild in Marbach am Neckar gearbeitet. Dort ging es vor allem um Saatzucht und Gemüseanbau. 1990 führte mich mein Weg dann nach Südafrika. Dort arbeitete ich bei einer Mission als Gärtner. Wir haben klein angefangen, später bewirtschafteten wir hektargroße Flächen mit Heidelbeeren, Paprika und Avocados.

2022 sind Sie mit Ihrer Familie nach Deutschland zurückgekehrt. Wie kam es schließlich zum Schönblick?

Zunächst wusste ich gar nicht genau, wie es beruflich weitergehen sollte. Über einen Freund kam ich für einige Monate in den Weinbau, danach übernahm ich eine Gärtnerstelle beim Schwabenpark. Eigentlich dachte ich: Das passt, hier bleibe ich bis zur Rente. Doch im Februar 2026 bekam ich einen Anruf von meinem Vermieter. Jemand aus der Schönblick-Gemeinde hatte erfahren, dass ich wieder in Deutschland bin und meinte, ich könnte vielleicht der richtige Nachfolger für Gottfried sein. Ich gab meine Telefonnummer weiter – und eine halbe Stunde später rief Joachim Battermann an und fragte: „Wann hast du Zeit für ein Gespräch?“ Danach ging alles ziemlich schnell.

Was macht den Schönblick für Sie zu einem besonderen Arbeitsplatz?

Hier ist man keine Nummer. Das Zwischenmenschliche spielt eine große Rolle. Es geht nicht nur darum, welche Arbeitsleistung jemand erbringt, sondern um Menschen und ihre Lebensgeschichten. Das gefällt mir. Ich muss sogar zugeben: Eigentlich wollte ich zunächst gar nicht zum Schönblick. Mein Bild von den Apis war von früher geprägt. Aber das hat sich komplett verändert. Die Apis heute sind einfach anders als vor 40 Jahren und der Schönblick bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen – und genau das finde ich spannend.

Sie haben bereits viele Ideen. Was würden Sie auf dem Gelände gerne entwickeln?

Der Gemüseanbau liegt mir besonders am Herzen. Da steckt viel Potenzial drin – gerade auch mit Blick auf unsere Küche. Wenn wir eigenes Gemüse anbauen und direkt hier verwenden können, ist das eine tolle Sache. Regionaler und unmittelbarer geht es eigentlich nicht. Gleichzeitig möchte ich meine Erfahrung und meine Kraft überall dort einbringen, wo sie gebraucht werden. Auch in der Hausmeisterei packe ich gerne mit an. Und natürlich darf man ruhig ein bisschen experimentieren. Pfirsiche oder Nektarinen könnte ich mir beispielsweise gut vorstellen. Vielleicht probieren wir irgendwann sogar einmal etwas Exotisches wie eine Drachenfrucht aus.

Nach vielen Jahren in Südafrika darf die Frage nicht fehlen: Vermissen Sie etwas besonders?

Die Bananen! Wir hatten dort nur etwa 35 Kilometer entfernt eine Bananenfarm. Irgendwann habe ich selbst angefangen, Bananen anzubauen. Eigentlich war es dafür bei uns schon fast zu kalt, aber ich habe einen Platz gefunden, an dem es funktioniert hat. Etwa alle vier Wochen konnte ich einen großen Fruchtstand ernten und habe viele Bananen verschenkt. Ob das hier am Schönblick auch funktionieren würde? Wohl eher nicht. Unsere Winter sind einfach zu lang, zu dunkel und zu kalt.

Was möchten Sie irgendwann einmal über Ihre Zeit am Schönblick sagen können?

Dass meine Arbeit sich gelohnt hat – und zwar nicht für mich, sondern für viele andere Menschen. Ich möchte etwas bewegen, vielleicht auch wegweisend sein und andere ermutigen. Besonders wichtig ist mir der Austausch miteinander. Dazu gehört für mich auch, junge Menschen und unsere Jahresteamler zu begleiten und vielleicht die eine oder andere positive Spur in ihrem Leben zu hinterlassen. Denn hier steht man eben nicht einfach nur am Band. Das Zwischenmenschliche darf nie zu kurz kommen.